Monatsbericht der iranischen Menschenrechtsaktivisten in Europa und Nordamerika

über

Menschenrechtslage im Iran

 

Februar 2006

 

Vorwort

 

Der Monatsbericht der iranischen Menschenrechtsaktivisten  der EU und Nordamerikas kann nur einen kleinen Teil der Repressionspolitik der iranischen Regierung gegenüber der iranischen Bevölkerung zeigen, weil viele Repressalien im Geheimen ausgeführt werden. Zudem existiert im Iran keine freie Berichterstattung. Somit gelangen immer weniger Vergehen der Behörden an die Öffentlichkeit. Trotzdem zeigen die steigenden Zahlen eine Verschlechterung der Situation der Menschenrechte im Iran auf. Das jüngste Ereignis ist die brutale Unterdrückung der islamischen Sufi-Gemeinschaft durch das iranische Regime in der Stadt Qom.

 

Bericht von Amnesty International über Unterdrückung der islamischen Sufi-Gemeinschaft vom 22.Februar 2006:

Am 9. Februar 2006 versammelten sich hunderte Sufimitglieder „Nematollahi“ in ihrem Gotteshaus, darunter viele Frauen und Kinder. Die Sondereinheiten der Polizei positionierten sich vor dem Gotteshaus. Am 13.Februar 2006 forderten die Sicherheitskräfte die sofortige Räumung des Gebäudes. Gegen 16 Uhr begannen die Sicherheitskräfte, unterstütz von der radikalen Gruppierung „Hojatieh“ und „Fatemiyon“, die Menge ausserhalb des Gotteshauses anzugreifen, bevor sie das Gebäude unter Verwendung von Tränengas und Sprengsätzen stürmten. Berichtenzufolge schlugen sie auf viele der Demonstranten ein. Das religiöse Zentrum wurde in Brand gesetzt. Am folgenden Tag wurde das Gotteshaus „Hosseiniye“ mit Bulldozern zerstört. Etwa 1200 Personen wurden bei der Stürmung festgenommen und an unbekannte Orte gebracht. Einige von ihnen, darunter Schwerverletzte, sollen zum Verhör in ein Stadion gebracht worden sein. Viele wurden bei den Vernehmungen gefoltert oder misshandelt. Die meisten der Sufis sind mittlerweile freigekommen, aber 173 befinden sich noch immer in Haft. Berichten zufolge mussten die festgenommenen Sufis vor ihrer Freilassung Zusicherungen unterschreiben, in Zukunft keine Versammlungen der Sufi in Qom mehr zu besuchen und sich in ihren Heimatorten beim Iranischen Geheimdienst zu melden. Einige soll man dazu gezwungen haben, Erklärungen zu unterschreiben, in denen sie dem Sufismus abschwören.

 

Der Protest der Sufi-Gemeinschaft und seine Niederschlagung durch die Behörden verstärkt die Besorgnis über die zunehmende Tendenz, die Glaubensrichtung der islamischen Sufi-Gemeinschaft im Iran zu kriminalisieren. Im September 2005 rief ein Rechtsgelehrter in Qom, Ayatollah Hossein Nouri-Hamedani, dazu auf, hart gegen Sufi- Gruppierungen durchzugreifen, da sie eine „Gefahr für den Islam“ darstellen würden. In zwei iranischen Zeitungen „Jomhouri-ye Eslami“ und „Keyhan“, wurden in den vergangen Wochen immer wieder gegen den Sufismus gerichtete Artikel veröffentlicht.

(Weitere Informationen in Bezug auf die Repressionspolitik der iranischen Regierung gegen die Sufi-Gemeinde à siehe Bericht!)

 

Zusammenfassung des Berichtes:

Repressionen gegen Studenten: 28 Fälle

Repressionen gegen Journalisten und die Presse: 27 Fälle

Repressionen gegen politisch und kulturell Engagierten: 34 Fälle

Repressionen gegen politisch Gefangene: 4 Fälle

Gruppenverhaftungen:

Gewerkschaftsaktivisten: Mehr als 1200   

Mitglieder der Sufi-Gemeinde: Mehr als 1200

In Bezug auf die Bombenexplosionen in der Stadt Ahvas im Südiran: 50

 

Ermordung durch Staatsicherheitskräfte: 12

Mysteriöser Tod: 1  

Verhängte Todesurteile: 22

Hinrichtung politischer Gefangener: 1

Vollstreckung der Todesstrafe: 10

Menschenrechtslage nach internationalen Angaben

 

·         Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bestätigte am 1.Februar 2006 die Inhaftierung hunderter Arbeiter des Teheraner Busunternehmen „Vahed“, angeblich zur Vorbeugung eines drohenden Streiks. Laut Angaben von HRW haben die Festgenommenen keinen Rechtsbeistand. Diese Organisation forderte die iranische Regierung auf, die Gefangenen sofort freizulassen. 

 

·         Nach Angaben der französischen Sozialistischen Partei hat sich die Lage der Menschenrechte im Iran verschlechtert. Diese Partei warf dem Iran Inhaftierung von Regimekritikern, Verbieten von Internetseiten und Zeitungen sowie Restriktionen der Presse- und Meinungsfreiheit vor. Weiter hat diese Partei die Verhaftung der Gewerkschaftsaktivisten der Teheranern Busunternehmen und die Repressionspolitik gegen die iranische Bevölkerung aufs schärfste verurteilt und die iranische Regierung aufgefordert, die festgenommen Gewerkschaftsaktivisten sofort freizulassen. (Gooya News 1.Februar 2006)

 

·         Weltweit haben viele internationale Menschenrechtsorganisationen und politische (ev. Vereinigungen) sowie Gewerkschaften wie zum Beispiel Amnesty International, die Internationale Konföderation freier Arbeitergewerkschaften, die Französische Grüne Partei und die schwedische Arbeiterorganisation ihre Solidarität mit den folgenden Forderungen der streikenden Arbeitern des Teheraner Transportunternehmens ausgesprochen:

 

1.       Das Recht auf Bildung einer Arbeitergewerkschaft

2.       Freilassung ihres Vorsitzendes Mansour Ossanlu und aller festgenommenen Gewerkschaftsaktivisten.

3.       Anerkennung der Gewerkschaft der Busfahrer in Teheran und Aussenbezirken.

4.       Anerkennung des Gruppenarbeitsvertrages

5.       Auszahlung der unbezahlten Löhne der Gewerkschaftsaktivisten 

 

Repressionen gegen Studenten

Verbieten von Studentenzeitschriften

·         Die Studentenzeitschriften „Kavosch“ und „Eteraz“ an der Universität Gorgan wurden auf Anordnung des universitären Disziplinarausschusses verboten. (Isna 22.Januar 2006 Sarq 24.Januar 2006)

 

·         Der Studentenzeitschrift „Nasim Shomal“ an der Universität Isfahan wurde verboten. (Nasim Shomal 17. Februar 2006)

Verhaftungen

·         Said Habibi, Vorstandsmitglied, Mohammad Hashemi, Vorsitzender(?) der Studentenorganisation „Daftar-e Tahkim Vahdat“ und Majd Ashraf, Vorsitzender des islamischen Studentenvereins an der Universität Rajai-Shahr sowie mehrere Stundeten an der Teheraner Universität namens Kave Abasian, Hesam Tahmtan, Ali Nori, Milad Karimi, Saeb Karimi, Mazdak Tosinejad, Sorosh Dashtestani, Human Kazemian und Behroz Karimizadeh, wurden verhaftet, weil sie sich mit den streikenden Arbeitern der Teheraner Transportunternehmen solidarisierten. (Advar News 29. Januar 2006)

 

·         Reyhaneh Pourgani, Herausgeberin der verbotenen Studentenzeitschrift „Geyzal Ouson“, wurde verhaftet. (Advar News 30.Januar 2006)

 

·         Mostafa Sedaghatjoo, Mitglied der Studentenorganisation „Daftar-e Tahkim-e Vahdat“ (Büro zur Festigung der Einheit), wurde verhaftet, weil er den Gewerkschaftsaktivisten seine Solidarität ausgesprochen hatte. Er wurde nach einem Verhör vorübergehend gegen eine Kaution freigelassen. (Advar News 6.Februar 2006)

 

·         Jashar Hakakpoor, Vorstandsmitglied des islamischen Studentenvereins an der Universität Zadjan, wurde nach 29 Tage Haft vorübergehend gegen eine Kaution von 80 Millionen Tuman (80000 Euro) auf freien Fuss gesetzt. (Advar News 18.Februar 2006)

Gerichtsprozesse

·         Das Gerichtsverfahren gegen Peyman Aref, ein Student der Teheraner Universität, wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor der 26. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichtes durchgeführt. Er wurde angeklagt, die nationale Sicherheit des Landes bedroht zu haben. (Advar News 23.1.06)

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

·         Der Gerichtsprozess gegen Heydar Zahedi, ein Student der Universität Tabriz, wurde vor der 9. Kammer des Revisionsgerichtes der Stadt Tabriz durchgeführt. Zahedi wurde zuvor wegen angeblicher Drohung der nationalen Sicherheit zu 2 Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Zudem wurde er exmatrikuliert. (Ilna 28.1.06)

 

·         Der Gerichtsprozess gegen Amir Eshaghi, Navid Gholami und Mohammad Reza Rahimirad, Mitglieder des republikanischen Studentenvereins der Universität Yazd, wurde vor der 3. Kammer des Revolutionsgerichtes in der Stadt Yazd durchgeführt. (Ilna 29.1.06)

 

·         Das Gerichtsverfahren gegen Farid Hashemi, ein Student der Teheraner Universität, wurde vor der 26. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichtes behandelt. Die Justiz warf ihm Agitation gegen die nationale Sicherheit und Störung der Universitätsordnung vor. (Isna 15.2.06)

 

·         Der Gerichtsprozess gegen den Student Mehdi Shirzad hat vor der 26. Kammer des Teheraner Gerichtes ohne Rechtsbeistand stattgefunden. Er wurde wegen Teilnahme an verschiedenen Versammlungen, Verleumdung des Revolutionsführers und Störung der Gemeinschaftsordnung angeklagt. (Advar News 15.2.06)

Gerichtsurteile

·         Mohammadreza Rahimirad, Mitglied des republikanischen Studentenvereins der Universität Yazd, ist wegen angeblicher Beleidigung des Revolutionsführers vom Revolutionsgericht in der Stadt Yazd zu 6 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. (Isna 6.2.06)

 

·         Auf Anordnung des universitären Disziplinarausschusses sind die Aktivitäten der islamischen Studentenvereine an der Universität Rahzi (in der Stadt Kermanshah) für die kommenden 4 Monate verboten worden. (Isna 11.2.06)

 

·         Amir Eshaghi, Mitglied des republikanischen Studentenvereins der Universität Yazd, wurde vom Revolutionsgericht in der Stadt Yazd zu 4 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er wurde wegen Handlung gegen die nationale Sicherheit und Propaganda gegen das Regime angeklagt. (Ilna 13.2.06)

Repressionen gegen Journalisten und Presse

Die häufigsten Gründe der folgenden Repressalien waren: Propaganda gegen das Regime, Gefährdung der inneren und nationalen Sicherheit, Verbreiten von Unwahrheiten und Beleidigung des Revolutionsführers.

Verhaftungen

·         Am 29.Januar 2006 wurden Elham Afroutan und 6 weitere Journalisten, die für regionale Zeitung „Tamadon-e Hormozgan“ tätig sind, nach Publikation eines satirischen Artikels festgenommen. Ali Dirbaz, der Herausgeber dieser Zeitung und Parlamentsabgeordneter für die Stadt Bander Abas, wo diese Zeitung ihren Sitz hat, wurde vorübergehend verhaftet und gegen eine Kaution wieder auf freien Fuss gesetzt. Der persischsprachige Auslandsender „Farda“ zitierte den Herausgeber dieser Zeitung mit der Aussage, er sei nicht über die Veröffentlichung des Artikels informiert gewesen und die Verfasserin (Frau Elham Afroutan) solle aufgrund Verunglimpfung der islamischen Revolution hingerichtet werden. In dem in „Tamadon-e Hormozgan“ veröffentlichten Artikel wurde die islamische Revolution von 1979 mit der Krankheit AIDS verglichen. Das Erscheinen der Zeitung wurde sofort auf Anordnung des islamischen Kulturministeriums eingestellt. Laut Mitteilung vom Studentenverein zur Unterstützung der politischen Gefangenen vom 10.2.06, sitzt Mohsen Dorostgar, Vorstandsmitglied der Zeitung, zurzeit im Trakt  359 im Teheraner Evin-Gefängnis.

 

·         Ali Afsahi, Mitglied des Vereins zur Verteidigung der Rechte der Gefangenen, wurde vor die 14. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichtes geladen. Nach dem Verhör wurde er verhaftet. (Sharq 15.2.06)

 

·         Laut einer Aussage des Gouverneurs der Provinz Hormozgan ist die inhaftierte 21. jährige Journalistin Elham Afroutan, nach einem Selbstmordversuch im Teheranern Evin-Gefängnis gestorben. Mehrere iranische Vereine und Menschenrechtsorganisationen haben die iranische Regierung aufgefordert, die Öffentlichkeit über das Schicksal der Journalistin zu informieren. (Ilna 18.2.06)

Vorladungen

·         Der Journalist und Mitglied des Schriftstellerverbandes Josof Azizi Banitorof, wurde vor die 3. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichtes geladen. Er ist im Juni 2005 nach 65 Tage Haft gegen eine Kaution vorübergehend aus dem Gefängnis entlassen worden. (Ilna 30.1.06)

 

·         Der Journalist Amir Abdullahzadeh erhielt von der 2. Kammer des Revolutionsgerichtes in der Stadt Mahabad eine Vorladung. (Ilna 31.1.06)

 

·         Isa Saharkhiz, Herausgeber der verbotenen Tageszeitung Akhbar Eghtesad“ und der verbotenen Monatszeitschrift „Aftab“, wurde vor die 1083. Kammer des Teheraner Zivilgerichtes geladen. (Ilna 1.2.06)

 

·         Gholamheydar Bayislami, Ex-Verwaltungsdirektor des Tageszeitung „Hambastegi“, erhielt von der 1083. Kammer des Teheraner Zivilgerichtes eine Vorladung. (Isna 1.2.06)

 

·         Alireza Khoshandam, Herausgeber der Zeitschrift „Ravanshenasi Jamehe“, wurde vor die 7. Untersuchungskammer für Staatspersonal geladen. (Ilna 4.2.06)

 

·         Masoud Bastani,  Chefredakteur der verbotenen Wochenzeitschrift „ Neday-e Eslahat“, erhielt von der 1161. Kammer des Teheraner Zivilgerichtes eine Vorladung. Der Journalist wurde zuvor gegen eine Kaution aus dem Gefängnis entlassen. (Ilna 6.2.06)

 

·         Mohammad Naimi, Herausgeber der verbotenen Zeitung „Jas-e no“, ist vor die 76. Kammer des Teheraner Strafgerichtes geladen worden. (Ilna 17.2.06)

Vernehmungen

·         Amin Movahedi, ein Reporter der regionalen Presse in der Provinz Ardabil, wurde durch die Sicherheitsbehörde verhaftet und dabei stark misshandelt. Nach dem Verhör liess man ihn gegen eine Kaution frei. (Tabriz News  22.1.06)

 

·         Lotfollah Meysami, Herausgeber des Magazins „Cheshmandaz-e Iran“, wurde durch die 7. Untersuchungskammer für Staatspersonal vernommen. Er wurde angeklagt, Unwahrheiten veröffentlicht zu haben. (Ilna 5.2.06)

Gerichtsprozesse

·         Der Gerichtsprozess gegen Elyas Hazrati, Herausgeber der Zeitung „Etemad“, wurde vor der 76. Kammer des Strafgerichtes der Provinz Teheran durchgeführt. (Ilna 29.1.06)

·         Der Gerichtsprozess gegen die Webblogger, Farid Modaresi und Hossein Abdullahpour, hat vor der 1. Kammer des Revolutionsgerichtes in der Stadt Gom stattgefunden.(Ilna 6.2.06)

Gerichtsurteile

·         Arash Sigarchi, Chefredakteur der verbotenen Tageszeitung „Gylan-e Emrouz“, ist durch die Kammer 1 des Revisionsgerichtes der Provinz Gylan zu 3 Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Nach der Verkündigung des Urteiles wurde er in ein Gefängnis in der Stadt Rasht gebracht. Sigarchi ist vom Gericht für schuldig befunden worden, Propaganda gegen das Regime verbreitet und den Revolutionsführer beleidigt zu haben. (Iran-e ma 26.1.06)

 

·         Mehdi Rahmanian, Herausgeber der Tageszeitung „Sharq“, wurde wegen Verbreitung von Unwahrheiten zu einer Geldstrafe von 100 Millionen Tuman (ca 100000 Euro) verurteilt. (Isna 23.1.06)

·         Der Fotoreporter der iranischen Nachrichtenagentur PANA wurde an einem Filmfestival in der Stadt Shiraz durch Sicherheitskräfte verhaftet. Bei de Festnahme wurde er durch Sicherheitsbehörde stark verprügelt. (Fars 30.1.06)

Verbieten von Internetseiten

·         Der britische Sender BBC berichtete am 24.Januar 2006, dass die persische Ausgabe der Webseite dieses Senders durch die iranische Regierung gesperrt worden ist.

 

·         Der Webseite „Nameh“, wurde nach einem Interview mit Mehdi Karubi, Parlamentpräsident der 5. und 6. Periode, gefiltert. (Emrouz 26.1.06)

 

Repressionen gegen politisch und kulturell engagierten Bürger

·         Berichten zufolge ist die Repressionspolitik der iranischen Regierung gegen ethnische religiöse Minderheiten verstärkt worden. Verbieten von regierungsunabhängigen Freitagsgebeten, Verschliessen der Koranschulen in den Städten Tabriz und Isfahan und Zerstörung des Gotteshauses der Sufi-Gemeinschaft „Nematollahi“ weisen auf eine Zunahme der Gewaltanwendung gegen die Minderheiten im Iran hin. (Mizan News 22.1.06)

 

·         Laut einer Mitteilung des politischen Aktivists Hadi Montakhabi vom 29.Januar 2006 ist dem politischen Aktivist Mohammad Hassan Jafari, gekündigt worden. Er wurde mehrmals verhaftet und vernommen. 

 

·         Die kurdische Menschenrechtlerin Dr. Roya Toloui ist gegen eine Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden. Die Journalistin wurde während der Unruhen in den iranischen Kurdengebieten im August 2005 verhaftet. In einem Telefongespräch mit Radio Farda am 29.Januar 2006 berichtete sie, dass sie 17 Tage in einer Isolationszelle gewesen sei. Amiri, der stellvertretende Staatsanwalt der Provinz Kurdistan, habe sie persönlich vernommen. Sie sei im Gefängnis physisch und psychisch gefoltert worden. Man habe ihr gedroht, ihre beiden Kinder vor ihren Augen zu verbrennen, falls sie nicht kooperiere.

 

·         Das Büro der reformistischen islamischen Partizipationspartei und die Redaktion der Wochenzeitschrift „ Seday-e Golpayegan“ wurden in der Stadt Golpayegan im Brand gesetzt. (Tabriz News 23.1.06) 

 

·         Afshin Zarehi wurde nach 13 Monaten Haft gegen eine Kaution von 50 Millionen Tuman (ca. 50000 Euro.) vorübergehend aus dem Gefängnis entlassen. Der Webblogger war wegen angeblicher Abtrünnigkeit im Gefängnis. (Isna 31.1.06)

 

·         Kamyar Nazemi wurde gegen eine Kaution von 2 Millionen Tuman (ca.20000 Euro.) vorübergehend freigelassen. (Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte in Kurdistan 10.2.06)

 

·         Auf Anordnung des neuen Teheraner Universitätsleiters wurde der Dozent Dr. Hassan Namakdost Teherani aus der Universität entlassen. (Mizan News 15.2.06)

Vorladung

·         Kambiz Norozi, Mitglied des Vereins zur Verteidigung der Pressefreiheit und Dozent an der Teheraner Universität, wurde wegen Verbreitung von Unwahrheiten und Verleumdung vor die 1083. Kammer des Teheranern Zivilgerichtes geladen. (Ilna 5.2.06)

Gerichtsprozesse

·         Der Gerichtsprozess gegen Said Kalanki, Amin Kord und Hassan Gheysari wurde vor der 26. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichtes durchgeführt. Die drei Männer wurden angeklagt, gegen die nationale Sicherheit gehandelt zu haben. (Ilna 25.1.06)

 

·         Der Gerichtsprozess gegen Saman Rasoulparvar, Mitglied der Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte in Kurdistan, wurde vor der 101. Kammer des Strafgerichtes in der Stadt Mahabat fortgesetzt. Die Anklagepunkte lauteten: Ruhestörung, Verbreiten von Lügen und Gerüchten und Verleumdung der Führungsbehörden. (Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte in Kurdistan 30.1.06)

 

·         Das Gerichtsverfahren gegen Kiyanosh Sanjari ist vor der 26. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichtes unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Rechtsbeistand  fortgesetzt worden. Die Justiz warf ihm Agitation gegen die nationale Sicherheit vor. (Ilna  3.2.06)

 

·         Der Gerichtsprozess gegen die 23-jährige Shala Golabadi und die 25-jährige Roksana Amirkhani hat vor dem Revolutionsgericht in der Stadt Isfahan stattgefunden. (Verein der politischen Gefangenen im Exil 10.2.06)

Verhaftungen

·         Der kurdische Lehrer Davoud Azimzadeh ist durch den Geheimdienst in der Stadt Maraghe verhaftet worden. (Islamische Studentenliga an der Universität Zandjan 23.1.06)

 

·         Hassein Shahriari, Vorstandsmitglied der Partei Paniranist, wurde durch die Staatsicherheitskräfte verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. (Tabriz News 5.2.06)

 

·         Laut der „Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte in Kurdistan“ vom 8.Februar 2006 haben die Staatsicherheitskräfte mehrere Kurden verhaftet. Unter den Festgenommenen befanden sich folgende Personen: Monaf Pouramini, Aziz Abdullahi, Ghader Kharamanfard, Aziz Amini, Sharif Amini, Hassan Heybati, Fateh Heyrani und Keyvan Aliali.

Vernehmungen

·         Die Vorstandmitglieder der „Gewerkschaft der Busfahrer in Teheran und Aussenbezirken“ Ebrahim Madadi, Said Trabiyan, Davoud Razavi, Ali Zadhossein, Abdorzea Trazi, Gholam Mirzaie und Mansour Hajatgheybi sind von der 14. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichts vernommen worden. (Advar News 26.1.06)

Gerichtsurteile

·         Ali Sarmadi, Sekretär der nationalen Vereinigungsfront Irans, ist durch die Kammer 26 des Teheraner Revolutionsgerichtes zu 5 Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt worden. (Advar News 21.1.06)

 

·         Rasoul Mehrparvar, der ehemaliger Parlamentsabgeordnete für die Stadt Dargez, ist vom Teheraner Revisionsgericht zu 4 Monaten Haft und eine Geldstrafe verurteilt worden. (Isna 31.1.06)

 

·         Der Geistliche Hojatoleslam Gholamhossein Gheysari ist wegen Sympathisieren mit Ajatollah Montazeri zu 6 Monaten Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 200000 Tuman (200 Euro) verurteilt worden. (Ilna 3.2.06)

 

·         Die kurdischen Aktivisten Mohammadali Ravagh und Mohsen Ravagh wurden zu einer Geldstrafe von je 2 Millionen Tuman (200000 Euro) verurteilt. (Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte in Kurdistan 10.2.06)

 

Repressionen gegen politische Gefangene

·         Der kurdische Gefangene Saman Ghaderpour ist in einen Hungerstreik getreten. Sadeghpour wurde zu 11 Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. (Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte in Kurdistan 31.1.06)

 

·         Frau Gandji durfte ihren Ehemann im Gefängnis besuchen. Nach ihrem Besuch berichtete sie über seine Situation: „Ganji befindet sich weiterhin im Hochsicherheitstrakt in Isolationshaft. Sein Gesundheitszustand hat sich seit ihrem letzten Besuch verschlechtert. Die Nahrungsmittelzuteilung ist unzureichend. Die sanitären Verhältnisse sind katastrophal. Die vom Gefängnisarzt für notwendig gehaltenen Untersuchungen wegen seiner starken Schmerzen in Rücken und Knien wurden abgelehnt“. (Emrouz 7.2.06)

 

·         Der Gefangene Jahangir Baduzadeh, der zurzeit in der Todeszelle sitzt, ist in einen Hungerstreik getreten. (Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte in Kurdistan 12.2.06)

 

·         Peyman Piran wurde durch die Gefängnisbehörde im Teheraner Evin-Gefängnis verprügelt. Piran wurde zu 5 Jahre Haft ohne Bewährung verurteilt. (Tabriz News 16.2.06)

Gruppenverhaftungen

·         Nach Berichten von offiziellen Nachrichtenagenturen der iranischen Regierung sowie der unabhängigen Presse, ist die Versammlung der Sufi-Gemeinschaft am 13.2.2006 auf eine brutale Weise niedergeschlagen worden. Man berichtete von über 2000 Inhaftierungen und hunderten von Verletzten. Unter ihnen befanden sich Frauen und Kinder. Am 15. Februar 2006 bestätigte der Gouverneur der Provinz Qom, Abas Mohtaj, dass in Zusammenhang mit Protesten 1000 Personen verhaftet und 200 verletzt worden waren. (Entekhab 14.2.06)

 

Nach Angaben von Dr. Mostafa Azmayesh, der Vertreter der Sufi-Gemeinde im Ausland, sind bei dieser Auseinandersetzung 3 Frauen durch Staatsicherheitskräfte getötet worden. Viele wurden verletzt und das Schicksal von folgende Presonen bleibt bis heute unbekannt; Mohmoud Ghaed Sharfi, Mansour Maraishi, Mohammad Maraishi, Navid Maraishi, Ali Jahanshahi, Shabir Sharkordi, Ali Kabiri Isfahani, Arash Shaltuki, Bijan Salehian, Hashem Ojaghi, Shokrollah Hossein Bidakhti, Abdulkhalegh Kashani Bidakhti, Ali Bagheri, Ahmad Abaszadeh, Hossein Abaszadeh. (Sharvand 17.2.06)

   

Laut Mizan News am 19.Februar 2006 wurde gegen 4 Rechtsanwälte der Sufi-Gemeinde, Amir Eslami, Omid Behrouzi, Gholamreza Harsimi, und Farshid Yadollahi, welche sich im Konflikt für die rechtlichen Belange der Sufi-Gemeinschaft eingesetzt hatten, dem Vernehmen nach Haftbefehle erlassen. Der Rechtsanwalt Bahman Nazari wurde ebenfalls verhaftet. Er reiste extra nach Teheran, um seiner Gemeinde Rechtsbeistand zu leisten. Nach der Ankunft in der Hauptstadt wurde er durch die Sicherheitsbehörde festgenommen.

  

Nach Angaben von Webblog Tanin-e Sokot am 14.Februar 2006 in der Stadt Qom, starb ein Lehrer namens Abolhassan Bahrami wegen seiner schweren Verletzungen im Spital. Weiter wurde die Praxis von Dr. Hassan Shariat mit Bulldozern zerstört. Der Hauptprediger der Sufi in Qom, Seyed Ahmadi Shariati, wurde ebenfalls verhaftet.

    

Nach Berichten von Gooya News am 18.Februar 2006, werden mindestens 173 Mitglieder der islamischen Sufi-Gemeinde „Nematollahi“ ohne Kontakt zur Aussenwelt in Haft gehalten. Man befürchtet, dass die Gefangenen dort gefoltert werden, um „Geständnisse“ von ihnen zu erpressen. Die Name von 54 Gefangenen sind bekannt geworden: Said Rahimzadeh, Sadegh Hayati, Ghobad Asaie, Mehdi Akbari, Alireza Abadi, Ali Mohmoudi, Hojat Dehghani, Gholamali Karimi, Ehsan Kodar, Behzad Noori, Hassan Feysizadeh, Kazem Mohid, Akbar Ahmadi, Ali Karimi, Hossein Abasizadeh, Shahram Moghadami, Hassan Zaifi, Arash Shaltuki, Hassan Siahmari, Mohsen Mohammadzadeh, Mohammad Donyadideh, Alireza Seyf, Seyd Jaifar Ahoghalandari, Amir Rezai, Mohammad Salas, Reza Azar, Hossein Sabri, Hamid Monjazi, Amir Dalvand, Mohammadreza Ghorbani, Abdulamir Yekehshenas, Amirhoshang Arghi, Omid Yekehshenas, Parviz Samadi, Hossein Fakhri, Rahim Ahang, Mazdak Zalpour, Mehdi Pourkashani, Mohammad Yaghobi, Mohammad Akbari, Davoud Zifdar, Mohammadreza Jaifarabadi, Ramezan Khodabakhsh, Mohsen Momeni, Ramin Ashkour, Mohmoud Maraishinia, Amir Maraishinia, Azar Nooshahmadi, Azghar Rajab, Sadegh Yosofi, Mansour Maraishi, Amir Karimi.

 

·         Laut Aussagen von Yaghob Salimi, Mitglied der „Gewerkschaft der Busfahrer in Teheran und der Aussenbezirke“, ist der Streik der Busfahrer unter Anwendung von Gewalt und Tränengas durch die Polizei unterdrückt worden. Mehr als 1200 Personen wurden dabei verhaftet. (Radio Barabari 28.1.06).

 

Die Namen von 94 sind in der Zwischenzeit veröffentlicht worden: Yosof Moradi, Ata Babakhani, Gholam Khoshmaram, Nasehr Gholami, Yaghob Salimi, Davoud Razavi, Ali Terazi, Ali Zadhossein, Said Torabijan, Mansour Hajatgheybi, Ebrahim Madadi, Mansour Mohammadnejad, Hossein Shahsavari, Vahab Mohammadi, Ali Bakhshi, Nasehr Moharamzadeh, Alireza Yosefi, Mansour Ossanlou, Hassan Saidi, Reza Behrouzian, Mohammadali Isaabadi, Syed Reza Nemati, Arash Pouladpour, Mohammadreza Mohammadnejad, Alireza Tavasoli, Mojtaba Tavani, Amir Ghanei, Bahram Neshani, Mohammadhossein Hedavand, Hojatollah Keshavarz, Hosseine Barshan, Hossein Farsian, Javad Kefayati, Soleyman Mohammadi, Abdollah Hosseini, Hassan Krimi, Mosoud Foroghi, Gholamreza Abasi, Manocher Mahdavitabar, Ali Bolandi, Mehdi Hosseini, Hassan Safaipour, Hassan Rezai, Ali Ghorbani, Ghadyani, Homayon Jaberi, Sadegh Khandan, Masoud Babai, Aliakbr Nazari, Habib, Ahmad Sami, Ebrahim Gharehghoslou, Morad Afrouz, Mohammad Eskanderi, Ali Amiri Kordestani, Mohammad Shakibi, Ayat Jadidi, Ahmad Varamzyar, Mohammadreza Abasi, Abas Rahimi, Nasehr Ahmadi, Gholamreza Saidirad, Ali Vafadar, Yosf Molavi, Asghar Mokhtarpour, Arsalan Eskandari, Davod Bagharbeyghi, Mohammadreza Alizadeh, Emdad Rahimi, Jahangir Shili, Mohammadreza Moradi, Firouz Rafipour, Miryagob Hosseini, Seyd Reza Nematipour, Mohammad Naimanipour, Mohmoud Hejbari, Asghar Salami, Hadi Kabiri, Mehdi Sarbandi, Mehdi Bayani, Farhad Norozi, Mehdi Farvandi, Rezai, Moradvand, Ahmad Hassani, Khani, Nasehr Bastani, Reza Shahab Khorasani, Ali Ebrahimi, Sadegh Mohammadi, Ali Ghorbanian, Majid Talai, Hossein Javadi, Hossein Medikhani, Mostafa Amiri. Es ist noch zu erwähnen, dass einige von ihnen gegen eine Kaution vorübergehend aus dem Gefängnis entlassen wurden. Leider wurden aber vielen Gewerkschaftsaktivisten gekündigt. (Verein der politischen Gefangenen Irans“ im Exil 6.2.06).

 

Nach Berichten von Mizan News am 28.Januar 2006 sind Frauen und Kinder der Vorstandsmitglieder der Gewerkschaft, Yaghob Salimi, Davoud Razavi, Mansour Hajatgheybi und Said Torabiyan auf Anordnung des Teheraner Staatsanwaltes verhaftet worden.